TiEFE SPALTUNG: G20-Gipfel droht wegen Klima-Streits zu scheitern

N24 (YouTube) 28.06.2019 23:45 Uhr, Dauer: 1:28

Wegen tiefgreifender Differenzen beim Klimaschutz droht der G20-Gipfel in Japan zu scheitern. Die Europäische Union machte am Freitag zum Auftakt der Beratungen der großen Wirtschaftsnationen in Osaka deutlich, dass sie keine Abschlusserklärung mittragen will, die einen Rückschritt gegenüber früheren Gipfeln bedeutet. Die Gruppe der Gegner besonders strenger Klimaschutzziele in der G20 wächst aber. Neben den USA unter Präsident Donald Trump gehören Brasilien, die Türkei, Saudi-Arabien und Australien dazu. Bei früheren Gipfeln war Trump mit seiner strikten Ablehnung des UN-Klimaabkommens von Paris noch isoliert. Differenzen gibt es auch beim Freihandel und der Frage, welches Gewicht internationale Regeln und Institutionen künftig überhaupt noch haben sollen. Auch hier ist es vor allem Trump mit seiner ganz an nationalen Interessen ausgerichteten Politik, der mit den Europäern und anderen in der G20 über Kreuz liegt. Sollte die Gipfelerklärung scheitern, wäre es das erste Mal seit Beginn der Treffen der Staats- und Regierungschefs 2008. Es wurde mit harten Verhandlungen bis zum Schluss am Samstagnachmittag gerechnet. Bundeskanzlerin Angela Merkel absolvierte in Osaka ein dichtes Programm, obwohl sie wenige Stunden vor ihrem Abflug nach Osaka erneut einen Zitteranfall erlitten hatte. Zum Gipfelauftakt merkte man ihr davon aber nichts mehr an. Sie traf sich kurz nach der Ankunft in Osaka mit Trump, der sie als «fantastische Person» und «großartige Freundin» lobte. Kurz vor seiner Abreise hatte der US-Präsident Deutschland noch scharf für mangelnde Verteidigungsausgaben und zu große Nähe zu Russland kritisiert. «Sie bezahlen einen potenziellen Feind», kommentierte Trump die deutsch-russische Zusammenarbeit im Energiebereich. Merkel hob bei dem Treffen hervor, dass die deutsche Wirtschaft sehr stark auch in den Vereinigten Staaten investiere. «Wir haben nicht nur Handel, sondern auch sehr viele Investments.» Das Verhältnis zwischen Deutschland und den USA gilt seit dem Amtsantritt Trumps unter anderem wegen des großen deutschen Handelsüberschusses als angespannt. Auf Merkels Programm stehen insgesamt zehn bilaterale Treffen. Am Freitag kam sie neben Trump auch mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping zusammen. An diesem Samstag sind Gespräche mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin geplant. Putin kritisierte vor Gipfelbeginn die Flüchtlingspolitik Merkels scharf. Ihre Entscheidung, die dazu führte, dass im Jahr 2015 Hunderttausende Flüchtlinge in Deutschland Zuflucht suchen konnten, bezeichnete er in einem Interview der britischen «Financial Times» (Freitag) als «Kardinalfehler». Der russische Präsident lobte dagegen Trump als einen talentierten Menschen. «Er weiß sehr gut, was seine Wähler von ihm erwarten», sagte er. «Er hat seine eigene Vision der Welt.» Putin und Trump trafen sich in Osaka erstmals seit dem letzten G20-Gipfel in Buenos Aires im vergangenen Dezember. In dem mit eineinhalb Stunden außergewöhnlich langen Gespräch ging es um den Streit über das Verbot atomarer Mittelstreckenraketen, aber auch um die aktuelle Krise in der Golfregion - ohne dass Einzelheiten bekannt wurden. Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran hatte sich in den vergangenen Wochen immer weiter hochgeschaukelt. Bislang ungeklärte Angriffe auf Handelsschiffe in der Golfregion und der Abschuss einer US-Drohne durch den Iran haben die Region an den Rand eines Krieges gebracht. In Osaka versuchte Trump Druck aus dem Kessel zu nehmen. «Wir haben viel Zeit. Es gibt keine Eile, sie können sich Zeit lassen», sagte Trump zu einer möglichen Konfliktlösung mit Teheran. Er sagte aber auch: «Hoffentlich wird es am Ende gut gehen. Wenn es das tut - großartig. Wenn es das nicht tut, werden Sie davon hören.» In eigener Sache: Wegen des hohen Aufkommens unsachlicher und beleidigender Beiträge können wir zurzeit keine Kommentare mehr zulassen. Danke für Eurer Verständnis - das WELT-Team Die WELT Nachrichten-Livestream http://bit.ly/2fwuMPg Die Top-Nachrichten auf WELT.de http://bit.ly/2rQQD9Q Die Mediathek auf WELT.de http://bit.ly/2Iydxv8 Besuche uns auf Instagram http://bit.ly/2X1M7Hk Video 2019 erstellt

2019 aktuell welt n24 nachrichten news video tv fernsehen japan osaka g20 g20 gipfel klima klimastreit donald trump differenzen abschlusserklärung scheitern klimaschutzziele rückschritt brasilien türkei saudi arabien australien gipfeltreffen politik wirtschaft weltwirtschaft konjunktur finanzen klimaabkommen freihandel protektionismus kanzlerin merkel wladimir putin zitteranfall zittern kritik

https://www.youtube.com/watch?v=c6eFAlCrN_c


Mehr zu den relevanten Themen aus diesem Medium:
fantastische person früheren gipfeln

Treffer

Zu diesem Medium ist leider keine passende Fundstelle vorhanden.
Ähnliche Medien
G20-Gipfel: Terror, Wirtschaft und ein bisschen Klima 3:15
G20-Gipfel: Terror, Wirtschaft und ein bisschen Klima
Euronews (deutsch) (YouTube)
17.11.2015 15:15Uhr
Gipfel-Protest: "Lieber tanz ich als G20" 1:03
Gipfel-Protest: "Lieber tanz ich als G20"
Spiegel TV (YouTube)
05.07.2017 11:45Uhr
Vor G20-Gipfel: Brand in Hamburger Porsche-Zentrum 0:49
Vor G20-Gipfel: Brand in Hamburger Porsche-Zentrum
Spiegel TV (YouTube)
06.07.2017 11:45Uhr